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Die Authentizität der Rauschebärte


Bandportrait: Fleet Foxes

2008 hat eine Band, die auf den Namen 'Fleet Foxes' hört ein gleichnamiges Album auf den Markt gebracht, das so von einer Gruppe nicht zu erwarten war, deren Mitglieder alle jünger als 25 Jahre alt sind. Es ist irgendwie anders: Es ist die Verschmelzung von Tradition und Moderne. Es geht unter die Haut und regt zum Nachdenken an. Was steckt hinter dieser Band, die so etwas schönes hervorzaubert und ihren eigen Stil als 'baroque harmonic pop jams' bezeichnet...

Wenn man sie mit ihren langen Haaren, den zotteligen Rauschebärten und den Holzfällerhemden sieht könnte man meinen sie seien schon seit Jahrzehnten im Geschäft. Wenn man sie hört, denkt man an Crosby, Stills, Nash & Young oder die Beach Boys. Es ist nicht zu verleugnen, dass diese Bands das Erscheinungsbild und den Klang des noch so jungen Quintetts aus Seattle geprägt haben. Sie wären in dieser Ära wohl kaum aufgefallen, aber heute in den Zeiten, in denen Lady Gaga und David Guetta in der Hitliste ganz oben stehen ist es umso bemerkenswerter, dass es solch eine Band gibt, die sich der amerikanischen Musik der späten 60er Jahre verbunden fühlt. Und das schöne daran: Es wirkt kein bisschen aufgesetzt. Die Jungs sind wie sie sind und spielen was ihnen am Herzen liegt und das zu 100 %.

Kopf der Gruppe ist Leadsänger und Gitarrist Robin Pecknold. Wenn er seine Lippen zu den warmen Klängen seiner Akustikgitarre bewegt wird man in die Wälder und Berge Nordwestamerikas entführt und sieht sich selbst am Lagerfeuer sitzend den Sonnenuntergang genießen.
Unterstützt wird er von seinen vier Freunden, mit denen er schon seit der gemeinsamen Schulzeit musiziert. Schon damals haben sie sich dafür entschieden, die klassischen Folk-Instrumente für ihren Sound zu gebrauchen. Im Laufe der Zeit gesellten sich Mandolinen, Zithern und Hackbretter dazu. Das Aushängeschild der flinken Füchse ist aber eindeutig ein harmonischer Gesang und schöne, eingängige Melodien. Der teils fünfstimmige, stark verhallte Chor, schwebt über allem und schleicht direkt ins Ohr des Hörers.
Bei ihren Auftritten stehen sie fast verschüchtert auf der Bühne und verstecken sich regelrecht hinter ihren Instrumenten. Außenstehende könnten denken, sie seien unsicher - und es fehlt die Show, das große Spektakel. Aber für diejenigen, die sich der Musik voll und ganz hingeben ist es vor allem eins: authentisch.

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