Julian Reinhold - 3D Artist in Sydney
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Julian Reinhold hat 2003 am SAE Institut Berlin den Film- und
Animationskurs abgeschlossen und arbeitet seit 2005 in Sydney als Motion
Graphic Artist. Sein Arbeitgeber ist die Firma Beyond Productions
( www.beyond.com.au), die unter anderem die Serie 'Mythbusters'
produziert, die auch in Deutschland gesendet wird. Julian war 2007 für
ein paar Wochen in Deutschland und Timo Krämer vom SAE Institut Berlin hatte Gelegenheit für ein ausführliches Gespräch über Julians Weg
zum Traumjob.
Julian ist 26 Jahre alt, er wuchs in der Nähe von Hamburg auf und kam
Anfang 2002 für das SAE Studium nach Berlin. Sein Abschlußfilm hatte
sein wichtigstes Hobby zum Thema: Skateboarden. Und auch sein erster Job hatte
damit zu tun: 6 Monate lang war Julian Produktionsassistent für die DVD
'Panorama', einem umfangreichen Portrait der Berliner Skateszene. Über
einen anderen SAE Student kam ein Kontakt zu Jamba zustande, wo Julian
18 Monate lang in der Motion Graphics-Abteilung tätig war. Ein
Arbeitskollege erzählte ihm von dem Job in Sydney.
Timo Krämer: Julian, wie hast Du Dich auf den Job in Sydney beworben?
Julian Reinhold: Ein schönes Beispiel für die australische Mentalität.
Ich habe nur meinen Lebenslauf dort hingeschickt, nicht einmal ein Showreel,
nur Stills von Animationen. Ein paar meiner SAE Arbeiten waren auch
dabei. Das hat genügt um nach Sydney eingeladen zu werden. Als ich ankam
war es der klassische Sprung ins kalte Wasser. Ich hatte 3 Tage frei und
dann gings direkt nach dem Jetlag in die Produktion der 3. Episode von
'Beyond Tomorrow'. 'Guten Morgen Julian, hier ist der Arbeitsplatz, Du
kannst anfangen'. Beim ersten Briefing habe ich aufgrund des Akzents nur
die Hälfte verstanden, dazu kam ein außerordentlich großer Zeitdruck.
Die Show lief jeden Mittwoch und es waren bis zu 6 Animationen wöchentlich
fertigzustellen.
TK: Was für Animationen waren das und mit welchem Programm hast Du
gearbeitet?
JR: In der Show wurden neue Erfindungen präsentiert, und ich habe diese
Erfindungen als 3D Modell nachgebaut. Zum Beispiel eine selbstkühlende
Bierdose oder ein Surfbrett mit eingebauter Anti-Hai-Vorrichtung. Ich
habe am meisten mit Cinema 4D und AfterFX gearbeitet. Nach ca. 50 Shows
gab es keine interessanten Erfindungen mehr und die Show wurde
abgesetzt. Dann wurde es abwechslungsreicher und ich habe ich für einige andere Sendungen gearbeitet, z.B.
MythBusters, was auch in Deutschland ausgestrahlt wird, oder an Intro-Animationen fuer neue Shows, bei denen ich sehr viel mehr kreative Freiheit hatte. 'Taboo' war meine erste Animation für eine HD-Produktion.
TK: Machst Du gerade Urlaub in Deutschland oder überlegst Du, wieder
zurückzukommen und hier zu arbeiten?
JR: Mein Vertrag lief Anfang 2007 aus und momentan befinde ich mich auf
einem grossen Urlaubstrip. Sydney, Hong Kong, Indonesien, Singapur,
London, und jetzt bin ich in Berlin. Danach kommen Brasilien,
Argentinien, Chile, Peru und dann zurück nach Sydney. Ich denke ich
möchte dauerhaft in Australien bleiben, obwohl ich auch hier in Berlin einen Arbeitsplatz hätte. Beyond Productions in Sydney wird mir wahrscheinlich eine Vertragsverlängerung anbieten. Dort haben sie momentan Probleme,
qualifizierte Arbeitskräfte zu finden.
Aber die Entscheidung ist natürlich nicht nur von der Arbeit abhängig. Sydney ist einfach eine sehr entspannte Stadt. Sogar ´full-time work´ dort fühlt sich ein bisschen an wie ´part-time holiday´.
TK: Verdient man in Sydney besser als in Deutschland?
JR: Die Brutto-Gehälter sind etwas höher und man zahlt in Australien viel weniger Steuern. Insofern verdient man schon deutlich mehr.
Allerdings sind die Lebenshaltungskosten auch nicht so niedrig wie in Berlin.
TK: Welchen Tipp würdest Du aktuellen und zukünftigen SAE-Studenten
geben um erfolgreich in den Beruf einzusteigen?
JR: Das SAE Konzept finde ich cool. Learning by doing, man lernt viel
schneller als alleine. Natürlich nur mit entsprechender Eigenmotivation.
Ich würde sagen man muß als Student Lust darauf haben und bereit sein,
einen Großteil seiner Zeit zu investieren. Meine Studienzeit in Berlin
war abgefahren, ich habe die Stadt erst richtig kennengelernt als das Studium
zuende war. Und für diejenigen, die nach Australien wollen: Das Work and
Travel-Visum gilt 1 Jahr lang, mittlerweile darf man sechs Monate bei einem
Arbeitgeber jobben, früher waren das nur drei. Dadurch ist es viel
einfacher was zu finden, weil es für die Arbeitgeber attraktiver ist,
jemand 6 Monate lang zu beschäftigen.
TK: Ich bedanke mich für Deine Zeit und wünsche Dir weiterhin viel
Erfolg und noch viel Spaß auf Deinem beneidenswerten Urlaubs-Trip.
JR: Danke auch und Euch in der SAE ebenfalls alles Gute.
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