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Produktbeschreibung – Nylongitarre Hanika Basis Cutt PC/AK-15+


Produktbeschreibung

Durch die Tatsache, dass ich schon seit meiner Volljährigkeit professionell als Gitarrist Musik mache, sprich mein Geld damit verdiene, deckt meine Gitarrensammlung doch sehr viel an stilistischer Bandbreite ab. Jedoch fehlte mir schon immer eine gut klingende und für den Live-Einsatz taugliche klassische Gitarre. Nachdem sich ein Projekt ergeben hatte, in welchem mir eine solche Gitarre als unabdinglich erschien, blieb mir nichts anderes übrig, als mich auf die Suche nach einer Nylongitarre mit dem besten Preis/Leistungsverhältnis zu machen.

Man kann sich zwar im Internet durchaus durch Foren und Tests klicken, aber bei einem natürlichen Instrument wäre es schon sehr vermessen, es aus dem Katalog zu kaufen ohne es vorher in der Hand gehabt zu haben. Also entschloss ich mich für eine Tour durch die gängigsten Musikgeschäfte Münchens und Augsburgs. Finaler halt war letztendlich „just music“ in München. Kaufprimisse war unter anderem, dass die Gitarre auch über eine PA gut klingend funktioniert. Und da „just music“ diesen Service in ihrem PA-Ausstellungsraum anbieten kann, teste ich drei, vier Modelle aus ihrem Nylonsortiment. Was stark auffiel, ist, dass es wirklich nicht viel Auswahl gibt, da die Nachfrage nach solchen Instrument anscheinend verschwindet gering ist.

Der fachkundige Verkäufer empfahl mir die Hanika als absoluten Preis/Leistungs-Schlager, da die Gitarren in der Manufaktur in Baiersdorf noch in liebevoller Handarbeit gefertigt werden. Sogar im Servicefall korrespondiert man mit Armin Hanika, dem Inhaber, höchstpersönlich.

Von der Hanika-Gitarre Basis Cut (Cutaway) mit AER HK15-Tonabnehmersystem standen zwei vollmassive Holzmodelle zur Auswahl, nämlich Zeder (Dunkelbraun) und Fichte (Goldgelb). In der Bespielbarkeit war kein Unterschied festzustellen, jedoch der Klang der Fichte ist durch ihren mittig-durchdringenden Klang eher für Begleitparts als für weiche Soloparts geeignet, wobei Zweiteres eher mein Aufgabengebiet darstellt. Also testete ich die Zeder-Version auf Herz und Nieren.

Schon bei den ersten Akkorden merkte man die Wertigkeit dieses Instruments, da es sich unwahrscheinlich leicht spielen lässt und zudem alleine schon unverstärkt sehr wuchtig und laut klingt. Jetzt war die Frage, ob sich dieser Klang auch mit dem Tonabnehmer auf eine große Anlage transferieren lässt. Und siehe, es ging. Ich war wirklich überrascht, wie sauber und natürlich der Nyloncharakter der Gitarre über die PA wiedergegeben werden konnte, zu dem noch in sehr hoher Lautstärke, ohne, dass es nervt oder Ohrenbluten verursacht. Die Gesamtlautstärke der Gitarre, sowie das Lautstärkeverhältnis zwischen internem Mikrofon und Piezzo-Tonabnehmer lassen sich mit zwei Drehrädchen im Inneren des Schalllochs ganz einfach und gut zugänglich regulieren. Allerdings spielt das im Schallloch eingebaute Mikrofon nicht so die tragende Rolle, da man bei „voll auf“ keinen enormen Unterschied zu „ganz zu“ hören kann.

Letztendlich entschloss ich mich durch das positive Testergebnis zum Kauf dieser Gitarre. Im Internet war sie zwar um 100 Euro billiger zu ergattern, allerdings bin ich der Meinung, dass man den Service des live testens auch honorieren sollte und außerdem kauft man dann gleich die Gitarre, auf der man auch getestet hat und erlebt keine Abweichungen, welche ja bei einer Manufaktur durchaus auftreten können. Somit wäre ich auch schon beim nächsten Thema, und zwar Reparaturanfälligkeit.

Der größte Schwachpunkt dieser Gitarre ist aus meiner Erfahrung raus das Tonabnehmer-System, da der Vorverstärker, welcher mit einer Blockbatterie betrieben wird, drei mal ausgetauscht werden musste, da das Signal plötzlich zerrte, immer leiser wurde und dann irgendwann gar nicht mehr ging. Einmal war es das Drehrädchen (Poti) und zwei mal die Batterie, welche sich aus irgend einem Grund in kurzer Zeit entladen hat. Durch die kleine Besetzung bei Hanika wartete ich insgesamt drei Monate auf meine Gitarre, was dadurch zu verschmerzen war, dass Just Music mir ein baugleiches Modell kostenlos als Übergang zur Verfügung stellte.

Als Fazit kann man sagen, dass dieses Instrument allemal sein Geld wert ist, wenn es zuverlässig funktioniert, was mittlerweile der Fall ist. Einziger Kritikpunkt wäre das Zubehör. Bei einem Kaufpreis von knapp 1500 Euro wäre ein Koffer anstatt einem gepolstertem Stoffbag angemessen.

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