Rezension - Paul McCartney-Konzert in Leipzig
Rezension
Dasing - Sir Paul McCartney wurde am 18. Juni 1942 in Liverpool geboren. Im Alter von 15 Jahren lernte er auf einem Kirchenfest John Lennon kennen, stieg in dessen Schülerband „The Quarrymen“ ein und schrieb gemeinsam mit ihm seine ersten Songs.
Drei Jahre später, also 1960 gründeten die beiden mit McCartneys langjährigem Schulfreund George Harrison und zwei weiteren Freunden die Band „The Beatles“. Von 1960 – 1970 sollte die Band eine bis heute unerreichte Erfolgsgeschichte schreiben, welche zahlreiche Rekorde jeglicher Art hervorbrachte. Beispielsweise produzierten sie nur in acht der zehn Jahre Tonträger, verkauften dennoch so viele, wie keine Band nach ihnen, nämlich ca. 1,3 Mrd (Angaben der Plattenfirma EMI).
Demnach war es für mich ein Lebenstraum, diesen Mann einmal live auf der Bühne zu sehen. Und so ergatterte ich bei einem bekannten Online-Auktionshaus zwei Arena-Karten für sein einziges Deutschland-Konzert im Rahmen seiner „Summer-Tour“ am 04. Juni 2004 im Leipziger Zentralstadion zum Stückpreis von 110 Euro.
Das komplette Event war vom Einlass bis zum Konzertende perfekt organisiert und durchgeführt. Der Einlass eine Stunde vor Konzertbeginn ging trotz der enormen Menschenmengen überraschend schnell, was auch wirklich von Vorteil war, da es aus Strömen regnete. Die ersten Schritte in das Stadion vermittelten schon ein sehr heimeliges und familiäres Gefühl, da ganz dezent und leise Klassikmusik lief und eben durch die gute Einlassorganisation alle Anwesenden sehr entspannt und gut gelaunt waren, vor allem, weil es zwanzig Minuten nach betreten des Stadions aufgehört hatte zu Regnen und sogar die Sonne herauskam.
Das „Beine in den Bauch stehen“ wurde vom Veranstalter durch diverse Spielchen wie die Möglichkeit, über eine eingeblendete Nummer eine SMS an die große Leinwand schreiben zu können sehr kurzweilig. Die vorher angesprochene Musik wurde von Minute zu Minute subtil lauter und als dann McCartneys alle fünf Minuten eine berühmte Phrase aus einem Beatlessong zu dieser klassischen Hintergrundmusik dazusang, ging schon das Aufschreien durch die Ränge. Es war quasi ein einziger Intro-Song mit einer Länge von einer Stunde, welcher sich erst einmal als sehr beliebig darstellte, im Nachhinein aber als geniale Konzerteinleitung herausstellte, da eben immer wieder seine bekannten Songs mit einflossen. Umso näher der Konzertstart rückte, desto rhythmischer und lauter wurde die Musik.
Auch auf der Bühne waren immer wieder kleine Einlagen zusehen, die Künstler blieben auch auf der Bühne. Zehn Minuten vor Beginn war dann die komplette Bühne voll mit Akrobaten, Seiltänzern, einem riesen Stelzenläufer. Als die Musik dann auf ihrem dynamischen Höhepunkt angelangt war und sogar einen akustisch sehr chaotischen Eindruck machte, was auch zur Handlung auf der Bühne passte, da es dort wie in einem Ameisenhaufen wimmelte, zählte der Riesenstelzenläufer lippensynchron zur sehr bassigen Stimme des Intros auf Englisch von Drei auf Eins herunter während alle Akteure von der Bühne liefen und auf den Schlag eines E-Gitarren-Akkords Paul McCartneys Silhouette mit umgehängtem Bass hinter einer Schattenwand erschien.
Das Konzert an sich beinhaltete alles, was man sich als Fan gewünscht und vorgestellt hat. Super Show, absolut lockeres Auftreten, kein Stargehabe, sehr unterhaltsame Kommunikation mit dem Publikum. Als dann noch auf den ersten Schlag des Refrains im Song „live and let die“ die gesamte Bühne mit einem Knall im Nebel verschwant und ganz Leipzig ein selten da gewesenes Feuerwerk erlebte, blieb kein Zweifel offen, dass er einer der größten Künstler der Neuzeit ist und es auch nachhaltig für immer bleiben wird.
Durch die Tatsache, dass ich schon im Kindesalter sehr großer Fan der Beatles und speziell von Paul McCartney war, war meine Erwartungshaltung an dieses Konzert natürlich sehr hoch, dennoch wurde sie übertroffen.
German



